Lasertherapie mit Hochleistungslaser nach Knochenbruch: Fallbeispiel eines Profivolleyballers

Hochenergetische Lasertherapie (High Power Laser) wird in der Sportphysiotherapie immer häufiger eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und die Geweberegeneration zu unterstützen. Ein aktuelles Fallbeispiel aus dem Profisport zeigt, wie ein Spieler der polnischen Volleyball Bundesliga nach einer Fraktur mithilfe der Lasertherapie deutlich schneller in Training und Spielbetrieb zurückkehren konnte.
Der Patient: Profisportler mit Handfraktur
Im beschriebenen Fall handelt es sich um einen 30-jährigen, 196 cm großen, 94 kg schweren Mittelblocker eines Erstligavereins (BBTS Bielsko-Biała). Während eines Ligaspiels verspürte er nach einem Blockversuch einen plötzlich einschießenden Schmerz im Bereich des linken Mittelhandknochens, begleitet von einem „Krachen“ und deutlicher Druckschmerzhaftigkeit. Kurz darauf war eine freie Beugung der Finger nicht mehr möglich, die Hand zitterte und der Spieler musste ausgewechselt werden.
Die klinische Untersuchung vor Ort umfasste vor allem Palpation und einen Kompressionstest der verdächtigen Region, anschließend erfolgte die radiologische Abklärung im Krankenhaus, wo eine mehrfragmentäre Fraktur bestätigt wurde.

Funktionelle Einschränkungen vor Therapiebeginn
Aufgrund der Fraktur wurde der linke Arm zunächst mit einer Gipsschiene, später mit einer Orthese ruhiggestellt. Dadurch bestanden zu Beginn der physiotherapeutischen Behandlung:
- keine aktive Beugung der Finger und des Handgelenks möglich
- deutliche Schmerzen bei Belastung und Bewegung
- starker funktioneller Ausfall im Alltag und im sportlichen Kontext
Gerade bei Profisportlern ist in dieser Phase die Herausforderung groß: Einerseits muss die knöcherne Heilung konsequent geschützt werden, andererseits soll der Rehabilitationsprozess so früh wie möglich vorbereitet werden.

Einsatz des hochenergetischen Lasers (POLARIS HP)
Eine medikamentöse Schmerztherapie peroral wurde im Fallbericht nicht eingesetzt. Im Mittelpunkt stand die hochenergetische Lasertherapie mit dem Gerät POLARIS HP(S) des Herstellers Astar. Die Behandlungen wurden regelmäßig bereits während der Immobilisationsphase durchgeführt und nach Abnahme der Orthese fortgesetzt.
Die Tabelle im Originalartikel listet elf Lasersitzungen zwischen dem 10. und 27. November auf. Charakteristisch waren dabei:
- Ausgangsleistung: 3 W / 2 W (zwei Kanäle)
- Betriebsmodus: impulsförmig, rechteckförmig
- Energiedosis: 10 J/cm² pro Kanal
- Fläche: 10 cm² pro Kanal
- Duty Cycle: 50%
- Frequenz: 500 Hz auf beiden Kanälen
Die Parameter wurden konstant gehalten, um eine standardisierte Reizsetzung am Frakturbereich und den angrenzenden Weichteilen zu gewährleisten.
!!!Wichtiger Hinweis!!!
Die Lasertherapie wurde im Rahmen ärztlicher Diagnostik und unter Berücksichtigung der üblichen Kontraindikationen durchgeführt; bei Frakturen muss immer sichergestellt sein, dass keine Dislokationsgefahr besteht.
Vollständiges Therapieprotokoll mit Laserparametern
Patientencharakteristik
- Alter: 30 Jahre
- Größe: 196 cm
- Gewicht: 94 kg
- Position: Mittelblocker (Volleyball, BBTS Bielsko-Biała)
- Diagnose: Mehrfragmentäre Fraktur des linken Mittelhandknochens
- Immobilisation: Zunächst Gipsschiene, später Orthese
Lasertherapie-Protokoll (POLARIS HP/HPS)
Das Gerät wurde mit zwei Kanälen (Dual-Kanal-System) betrieben. Die Parameter wurden über den gesamten Behandlungszeitraum konstant gehalten:
| Behandlungsdatum | Leistung [W] | Betriebsmodus | Energiedosis [J/cm²] | Behandlungsfläche [cm²] | Duty Cycle [%] | Frequenz [Hz] |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 10.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 11.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 12.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 13.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 14.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 17.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 18.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 24.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 25.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 26.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
| 27.11. | 3 / 2 | impulsförmig / rechteckförmig | 10 / 10 | 10 / 10 | 50 / 50 | 500 / 500 |
Gesamt: 11 Laserbehandlungen über 18 Tage
Parameter-Erklärung
Kanal 1 / Kanal 2 (Dual-Channel-System):
- Leistung: 3 W (Kanal 1) / 2 W (Kanal 2)
- Energiedosis: jeweils 10 J/cm²
- Behandlungsfläche: jeweils 10 cm²
- Duty Cycle: 50% (Impulspause = Impulszeit)
- Frequenz: 500 Hz auf beiden Kanälen
- Wellenform: Rechteckimpuls
Gesamtenergie pro Sitzung:
- Kanal 1: 100 J (10 J/cm² × 10 cm²)
- Kanal 2: 100 J (10 J/cm² × 10 cm²)
- Gesamt pro Behandlung: 200 J
Ergänzende therapeutische Maßnahmen
Parallel zur Lasertherapie wurden folgende Behandlungen durchgeführt:
- Pinotherapie/Pinopressur – Triggerpunkt-Therapie
- Manuelle Therapie – gelenknahe Mobilisation (frakturadaptiert)
- Kinesiotaping – Lymph- und Schmerzreduktion
- Algonix-Therapie – 6 Behandlungen (neuromodulative Elektrotherapie)
- Lymphdrainage – Ödemreduktion
- Aktive Kräftigungsübungen – Hand und Unterarm (nach Orthesen-Abnahme)
Klinischer Verlauf
- Tag 1 (10.11.): Beginn der Lasertherapie direkt nach Diagnosestellung, Hand in Gipsschiene/Orthese immobilisiert
- Tag 1–18 (10.11.–27.11.): 11 Laserbehandlungen, zunächst während Immobilisation
- Nach ca. 4 Wochen: Ärztliche Kontrolluntersuchung zeigt deutliche Frakturheilung
- Nach ca. 6 Wochen: Orthese wird entfernt, aktive Rehabilitation beginnt
- Lasertherapie wurde auch nach Orthesen-Abnahme fortgeführt
Ergänzende physiotherapeutische Maßnahmen
Die Lasertherapie wurde eingebettet in ein multimodales Reha‑Konzept. Zusätzlich kamen folgende Maßnahmen zum Einsatz:
- Pinopressur/Pinotherapie
- Manuelle Therapie
- Kinesiotaping
- Algonix‑Therapie (6 Behandlungen, neuromodulative Stromtherapie)
- Lymphdrainage
- gezielte Kräftigungs‑ und Funktionsübungen der Hand und des Unterarms
Diese Kombination adressierte Schmerzen, Ödem, Muskelspannung und frühfunktionelle Stabilität und ergänzte die laserinduzierte Biostimulation.
Vollständiges Therapieprotokoll mit Laserparametern
Klinischer Verlauf und Rückkehr in den Sport
Etwa einen Monat nach dem Unfall zeigte die ärztliche Kontrolle deutliche Fortschritte der knöchernen Konsolidierung. Zwei Wochen später konnte die Orthese abgelegt und die aktive Bewegungstherapie forciert werden. Der Hochleistungslaser wurde weiterhin begleitend eingesetzt, um:
- die knöcherne Heilung zu unterstützen
- Schmerzen zu reduzieren
- eine frühzeitige Funktionsaufnahme der Hand zu ermöglichen
Im Fazit des Fallberichts wird betont, dass die hochenergetische Lasertherapie in diesem Setting eine wertvolle Ergänzung zur Standardbehandlung von Frakturen darstellte und half, die Reha‑Zeit im Rahmen der medizinisch vertretbaren Grenzen zu optimieren.
Der Spieler selbst beschreibt, dass die Laserbehandlungen unmittelbar nach der Diagnosestellung aufgenommen und konsequent fortgeführt wurden – auch nach Abnahme der Orthese –, um „alles zu tun“, damit er so schnell wie möglich wieder für seine Mannschaft einsatzbereit ist.
Was bedeutet das für die Praxis?
Für die physiotherapeutische Praxis zeigt dieses Fallbeispiel:
- Hochenergetische Lasertherapie kann bereits während der Immobilisation sicher eingesetzt werden, sofern keine Gefahr der Fragmentverschiebung besteht.
- Sie ist besonders interessant in Settings mit begrenztem manuellen Handlungsspielraum (Gips, Orthese, strenge Belastungsvorgaben).
- In Kombination mit manueller Therapie, Lymphdrainage, Elektrotherapie/Algonix und aktivem Training lässt sich der Rehabilitationsprozess strukturiert und sportnah gestalten.
Ergebnisse & zurück zum Spiel
Im vorliegenden Fall konnte der Profivolleyballer nach konservativ behandelter Mittelhandfraktur schrittweise zur vollen Belastung zurückkehren. Nach rund vier Wochen zeigte das Kontrollröntgen eine gute knöcherne Konsolidation, nach etwa sechs Wochen wurde die Orthese entfernt und die aktive Rehabilitation intensiviert. Anschließend folgte der Übergang in sportartspezifisches Training, bis der Spieler ohne Einschränkungen in Mannschaftstraining und Wettkampfbetrieb zurückkehren konnte.
Für Breitensportler ist wichtig: Die Heilung eines Mittelhandknochens dauert in der Regel etwa sechs bis zehn Wochen bis zur vollen Belastbarkeit, abhängig von Frakturtyp, Therapieform und individueller Heilung. Studien zu Wettkampfsportlern mit Mittelhand und Fingerfrakturen berichten im Schnitt von circa drei bis vier Wochen bis zur Rückkehr in den Sport auf Wettkampfniveau, allerdings unter sehr enger ärztlicher Begleitung und häufig mit Schutzschienen oder Tapes. Im Alltag und Breitensport sollte der Wiedereinstieg vorsichtiger erfolgen: Zunächst Alltagsbelastung und leichtes Training nach ärztlicher Freigabe, dann progressive Steigerung von Kraft, Grifffunktion und Schlag-/Fangbelastungen, bis Schmerzfreiheit, voll erhaltener Bewegungsumfang und adäquate Kraft vorliegen.
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