Was ist die Infrarotlampe Lumina in der Physiotherapie?

Die Lumina ist eine medizinische Infrarotlampe (entspricht einem klassischen Rotlichtstrahler bzw. einer Sollux‑Lampe), die intensives Wärmelicht im Infrarotbereich abgibt und gezielt auf einen Körperbereich gerichtet wird. Durch die Wärmestrahlung eines solchen Wärmestrahler‑Systems werden Haut und oberflächliche Gewebeschichten erwärmt, die Durchblutung gesteigert und der Stoffwechsel lokal aktiviert. Typischerweise wird Lumina im Rahmen der Infrarot‑Wärmetherapie bzw. IR‑Lichttherapie eingesetzt, häufig als vorbereitende Maßnahme vor aktiven therapeutischen Anwendungen.
Wie wirkt der Rotlichtstrahler Lumina im Gewebe?
Die Lumina erzeugt Infrarotstrahlung, die je nach Hauttyp und Einstellung mehrere Millimeter tief in das Gewebe eindringen kann und dort Wärme erzeugt. Dadurch entstehen:
- Erhöhung der lokalen Gewebetemperatur und Verbesserung der Mikrozirkulation mit besserer Sauerstoff‑ und Nährstoffversorgung.
- Erweiterung der Blutgefäße und beschleunigter Abtransport von Stoffwechselabbauprodukten.
- Entspannung der Muskulatur und Reduktion erhöhter Muskelspannung, wie sie bei myofaszialen Beschwerden oder Haltungssyndromen vorkommt.
- Schmerzreduktion durch Anhebung der Schmerzschwelle und Modulation von Schmerzrezeptoren, wie sie auch für Rotlichtstrahler beschrieben ist.
In einer klinischen Untersuchung mit 34 Patienten mit rheumatischen Veränderungen der Hände führte eine 15‑minütige Bestrahlung mit einer 375‑W‑Sollux‑Lampe zu einem Temperaturanstieg der Handoberfläche von ca. 31,5 °C auf etwa 35 °C, wobei die erhöhte Temperatur über 120 Minuten anhielt. Diese anhaltende Mehrdurchblutung macht die Behandlung mit Lumina ideal als Vorbereitung weiterer Maßnahmen innerhalb einer IR‑Lichttherapie‑Sitzung.
Typische Einsatzgebiete von Lumina
In der physiotherapeutischen Praxis wird Lumina als Rotlichtstrahler vor allem eingesetzt bei:
- Chronischen und subakuten Schmerzen des Bewegungsapparats (z.B. Arthrose, chronische Rückenschmerzen, myofasziale Schmerzen).
- Muskelverspannungen, Triggerpunkten und schmerzhaften Muskelverhärtungen im Bereich von Nacken, Schultergürtel oder LWS.
- Rheumatischen Beschwerden der kleinen Gelenke, insbesondere der Hände und Finger.
- Nach Verletzungen des Bewegungsapparats in der subakuten Phase (z.B. Distorsionen, Prellungen, Muskelzerrungen – sofern keine akute Entzündung/Schwellung mehr vorliegt).
- Bestimmten Haut‑ und Weichteilproblemen wie schlecht heilenden Wunden oder Narben im Rahmen ärztlich verordneter IR‑Lichttherapie.
Darüber hinaus eignet sich die Lumina‑Bestrahlung hervorragend, um Gewebe vor Massagen, Dehnungen, Elektrotherapie oder Ultraschall zu erwärmen und so die Wirksamkeit dieser Behandlungen zu erhöhen – ein Einsatzgebiet, das auch für fahrbarer Wärmestrahler‑Systeme in größeren Arealen beschrieben ist.
Ablauf einer Behandlung mit Lumina
Eine Behandlung mit der Infrarotlampe Lumina ist für Patientinnen und Patienten meist angenehm und gut verträglich und entspricht im Ablauf einer klassischen Infrarot‑Wärmetherapie.
Anamnese und Befunderhebung
Der Therapeut prüft Indikationen und mögliche Kontraindikationen, definiert das Behandlungsgebiet und legt die Zieldauer der Bestrahlung fest.
Vorbereitung
Schmuck, Uhren und metallische Gegenstände werden aus dem Strahlenfeld eines Rotlichtstrahler entfernt, die Haut ist sauber und trocken. Je nach Region werden sensible Strukturen (z.B. Augen) geschützt.
Positionierung
Lumina oder ein fahrbarer Wärmestrahler wird im empfohlenen Abstand (meist ca. 30–50 cm) zum Behandlungsareal ausgerichtet, sodass der Bereich gleichmäßig bestrahlt wird.
Bestrahlung
Die Bestrahlung dauert in der Regel 10–20 Minuten; in der genannten Studie wurden 15 Minuten gewählt. Der Patient verspürt ein deutliches, aber angenehmes Wärmegefühl, ohne Brennen oder Überhitzung, wie es für medizinische Wärmestrahler empfohlen wird.
Nachwirkung
Durch die anhaltend gesteigerte Durchblutung bleibt die Wärme im Gewebe über die Behandlungszeit hinaus erhalten, was die anschließende Therapie (z.B. Massage, aktive Übungen) erleichtert. Ein praxisnahes Beispiel: Vor einer intensiven Handmassage bei rheumatischen Beschwerden werden die Handinnenflächen 15 Minuten mit Lumina bestrahlt, wodurch sich Temperatur und Durchblutung erhöhen, die Muskulatur entspannt und der Massagegriff deutlich schmerzärmer und effektiver wird.
Kontraindikationen und Sicherheit
Wie jede physikalische Therapie sollte auch Lumina im Rahmen der IR‑Lichttherapie nur nach fachlicher Prüfung eingesetzt werden. Zu den wichtigsten Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen gehören:
- Akute Entzündungen, frische Verletzungen und ausgeprägte Schwellungen im Bestrahlungsgebiet.
- Fieberhafte Erkrankungen und schwere kardiovaskuläre Probleme.
- Ausgeprägte Sensibilitätsstörungen, bei denen der Patient Wärme nicht richtig wahrnimmt (z.B. Polyneuropathien).
- Lokale Tumorerkrankungen, offene Blutungen oder ausgeprägte Varikosis im Bestrahlungsfeld.
- Erhöhte Licht‑ oder Wärmesensibilität, z.B. unter bestimmten Medikamenten oder bei Photodermatosen.
Die Behandlung sollte stets durch geschultes medizinisches Fachpersonal geplant und überwacht werden, um die Wärmeintensität korrekt zu dosieren und Überhitzungen oder Hautirritationen zu vermeiden – unabhängig davon, ob ein kompakter Rotlichtstrahler oder ein fahrbarer Wärmestrahler verwendet wird.
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